Arbeits-, Organisations- und Personalpsychologie an der Universität Groningen

Ann Christin Uphaus erzählt uns von ihren Erfahrungen an der Universität Groningen.

Wie kam es dazu, dass Sie sich für den Studiengang an der Universität Groningen entschieden haben?
Groningen ist eine tolle Studentenstadt! Die junge, lebendige Atmosphäre gefiel mir schon zu Beginn ausgesprochen gut. Nachdem ich mein Bachelorstudium hier absolviert hatte, war ich von der Qualität der Universität gleichermaßen überzeugt. Dadurch ist mir die Entscheidung, auch den Masterstudiengang hier zu belegen, nicht schwer gefallen.

Wie und wo haben Sie sich über die Studienmöglichkeit informiert?
Bevor ich nach Groningen kam, habe ich mich vor allem übers Internet schlau gemacht. Durch den persönlichen Kontakt zu einer Bekannten habe ich auch Einiges erfahren. Zudem war ein Termin beim Europäischen Berufsberatungs-Zentrum für die Niederlande in Rheine (Nordrhein Westfalen) sehr hilfreich. Über die verschiedenen Master-Richtungen innerhalb der Psychologie habe ich mich bei Veranstaltungen von der Uni Groningen vor Ort informiert.

Wie haben Sie die verlangten Sprachkenntnisse erworben?
Ich habe beim Sprachenzentrum der Universität Groningen an einem 4-wöchigen Intensivkurs für Deutsche Studienbewerber teilgenommen und dort im Anschluss das NT2 Staatsexamen abgelegt.

Wie und wo haben Sie sich beworben?
Für die Zulassung zum Master musste ich mich bei der Fakultät direkt bewerben. Da für das Bachelorstudium ein Numerus Fixus gilt, muss man sich bis zum 15. Mai über www.studielink.nl anmelden. Den Bachelor kann man auf Niederländisch oder Englisch machen.

Falls Sie in die Niederlande umgezogen sind: Wie haben Sie eine Wohnung gefunden?
Ganz klassich über die Zeitung: Zusammen mit drei anderen Studentinnen habe ich auf eine Anzeige des „Gezinsbode“ reagiert. Wir haben gemeinsam die Wohnung besichtigt und eine Woche später sind wir eingezogen…

Wie waren Ihre ersten Erfahrungen/Eindrücke (z.B. mit der Sprache, als …)?
Niederländisch zu lesen und zu verstehen fand ich von Anfang an ziemlich einfach. Das Sprechen kostete erst etwas Überwindung, vor allem weil die Niederländer schnell auf Deutsch oder Englisch antworteten, wenn sie einen deutschen Akzent hörten. Das war natürlich nett gemeint, hilfsbereit und entgegenkommend, aber manchmal auch frustrierend. Hier ist Durchhaltevermögen gefragt! Gerade zu Beginn war ich froh, ab und zu bekannte Gesichter aus dem Sprachkurs zu treffen, um sich unkompliziert auf Deutsch unterhalten zu können. Nach einem knappen halben Jahr fiel es mir dank des breiteren Wortschatzes wesentlich leichter, Kontakte zu Niederländern zu knüpfen.

Worin sehen Sie die Vorteile Ihres Studiums in den Niederlanden?
Ich finde es toll, nach meinem Abitur noch eine neue Sprache gelernt zu haben und diese jetzt fließend zu sprechen. Durch die Tatsache, dass ich Niederländisch so gut beherrsche, steht mir nach Studienabschluss ein weiterer Arbeitsmarkt offen. Ich kann mir gut vorstellen in den Niederlanden zu arbeiten - aber sollte ich wieder nach Deutschland zurückkehren, sind die internationalen Erfahrungen sicherlich auch von Vorteil. Neben dem Gefühl für kulturelle Unterschiede habe ich in den Niederlanden auch gelernt, was Gruppenarbeit bedeutet. Dadurch, dass unsere Universität sehr viel Wert darauf legt, fühle ich mich für Teamwork am späteren Arbeitsplatz bestens vorbereitet.

Worin sehen Sie die Nachteile eines Studiums in den Niederlanden?
Während des Bachelors hätte ich gerne mehr mündliche Prüfungen abgelegt oder mehr Hausarbeiten geschrieben um gewisse Themen zu vertiefen. In den ersten Studienjahren musste ich mir oft in kurzer Zeit viel Wissen aneignen, das nach den Multiple-Choice-Klausuren schnell wieder vergessen war. Da der Master weniger massal ist, werden dort mehr Klausuren in Essay-Form geschrieben und lerne ich jetzt intensiver. Ein anderer Nachteil des Studiums in den Niederlanden ist der Mangel an Praktika. Zwar ist das Studium an sich sehr praxisbezogen, aber für den „echten“ Einblick ins tägliche Arbeitsleben musste ich einen Teil meiner Semesterferien opfern.

Was empfehlen Sie deutschen Schulabgängern, die an einem solchen Studiengang interessiert sind?
Zunächst einmal sei gesagt, dass das Psychologie Studium mehr Methodenlehre beinhaltet als die meisten Studenten erwarten. Auch wenn man keinen Mathe-Leistungskurs braucht, um den Statistik-Anteil im Studium zu bestehen, sollte man sich dessen bewusst sein. Zudem sollte man gute Englisch Kenntnisse mitbringen, denn ca.70% der Literatur ist in englischer Sprache verfasst. Da der Großteil des Studiums aus eigenständigem Lesen besteht, ist ein gewisses Maß an Selbstdisziplin erforderlich. Die wenigen Pflichtstudenen in der Uni sollten nicht zu dem Trugschluss führen, das Studium sei leicht gemacht! Was den Spracherwerb betrifft sollte man sich bemühen, im Alltag so viel Niederländisch wie möglich zu sprechen. Indem man z.B. nicht ausschließlich mit deutschen Studienkollegen umgeht, beherrscht man die Sprache umso schneller. Mit einem guten Wortschatz fühlt man sich nicht nur selbstsicherer, sondern traut man sich auch eher, Fragen an Dozenten zu stellen und gelingen die schriftlichen Aufsätze für die Uni besser.

Welche positiven und negativen Erfahrungen haben Sie bisher mit dem Studium gemacht?
In den ersten Wochen ist das Studium etwas an mir vorbei gegangen, da die Einführungswochen so viele neue Erfahrungen bereithielten, dass die Bücher erstmal ungelesen auf meinem Schreibtisch liegen blieben. Zwar bin ich – im Gesensatz zu einigen holländischen Kommilitonen – immer pflichtbewusst zu den Vorlesungen gegangen, aber für das eigenständige Lesen fehlte mir die nötige Selbstdisziplin. Erst nach den ersten Prüfungen kam die Einsicht, dass für das Erlangen eines akademischen Grades etwas mehr Arbeitsmoral gefordert ist. Da in den Niederlanden mehrmals im Semester Prüfungen stattfinden, wird man zwar jeweils über weniger Inhalte abgefragt, bekommt man aber schnell das Gefühl, der Lern-Stress höre nie auf. Nachdem ich mich an die Struktur des Studiums gewöhnt hatte und in höheren Semestern mehr Wahlfächer belegen konnte, konnte ich mir meine Zeit besser einteilen und ich war motivierter.

Was planen Sie für die Zukunft?
Ich werde mich in den Niederlanden und in Deutschland auf verschiedene Stellen im Bereich Arbeits-, Organisations- und Personalpsychologie/Human Resources bewerben. Sowohl die externe Unternehmensberatung spricht mich an, als auch Traineeships, bei denen man die Zusammenhänge und den Aufbau von Personalabteilungen in großen Firmen kennenlernt. Außerdem habe ich durch die Inhalte meines Studiums an wissenschaftlichen Untersuchungen Gefallen gefunden und mich würde auch solch eine Arbeit reizen. Viele verschiedene Möglichkeiten also…

Würden Sie den gleichen Weg noch mal gehen?
Eindeutig: Ja!

Wir bedanken uns bei Ann Christin für diesen Erfahrungsbericht.



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